Kosten für Rettungseinsätze

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nils.k
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Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von nils.k »

Atlanticohoy.com hat nach Angaben des Versicherungsmaklers Canarisk eine "Preisliste" für Rettungseinsätze veröffentlicht, wenn man auf nicht zugelassenen Wegen unterwegs ist und gerettet werden muss.

Fällig werden
• 36 €/h für jedes mobilisierte Mitglied der Notfall- und Rettungsgruppe
• 2.000 €/h für jeden abgehobenen Hubschrauber
• 40 €/h für jedes Einsatzfahrzeug (Ausnahme: erweiterter Kommandoposten, 300 €/h)
• 300 €/h für jedes zu Wasser gelassene Boot

Die Summe der Gebühren darf aber folgende Grenzen nicht überschreiten:
6.000 € für 1-4 Personen.
8.000 € für 5-8 Personen,
10.000 € für 9-16 Personen
12.000 € für mehr als 16 Personen.

Die zu rettenden Personen müssen die Gebühr zu entrichten, auch wenn die Rettungsaktion von dritter Stelle beauftragt wurde. Nur wenn Dritte sie ohne eine Notwendigkeit verursacht haben, entfällt diese Pflicht.

Bei geführten Touren wird das organisierende Unternehmen in Haftung genommen. Kann es nicht zahlen, wird die Gebühr auf die Teilnehmer umgelegt.

https://www.atlanticohoy.com/sociedad/e ... 5_102.html
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von schruemel »

wenn man auf nicht zugelassenen Wegen unterwegs ist und gerettet werden muss.
Das ist genau richtig so und absolut nachvollziehbar :thumbup:
Bei geführten Touren wird das organisierende Unternehmen in Haftung genommen. Kann es nicht zahlen, wird die Gebühr auf die Teilnehmer umgelegt.
Das verstehe ich allerdings nicht.
Ein Tourenanbieter führt eine Gruppe über nicht zugelassene Wege und die Teilnehmer müssen im Zweifel die Kosten für die Rettung tragen, obwohl der Veranstalter den Fehler begangen hat?
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von nils.k »

schruemel hat geschrieben: Ein Tourenanbieter führt eine Gruppe über nicht zugelassene Wege und die Teilnehmer müssen im Zweifel die Kosten für die Rettung tragen, obwohl der Veranstalter den Fehler begangen hat?
In diesem Fall sollen wohl eher die Beteiligten den Einsatz bezahlen als die Allgemeinheit.

Es könnte auch so laufen, wie bei den multas für Autos. Zahlen muss der Halter, er kann sich ja dann das Geld vom Fahrer zurückholen.
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von schruemel »

Alles klar :thumbup: also im Nachgang das Unternehmen verklagen und hoffen, dass man das Geld zurück bekommt :roll:
Ein weiterer Grund nur alleine wandern zu gehen :mrgreen:
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von Siltho »

Und was genau ist nun ein "nicht zugelassener" Weg?

Alle Wege, die nicht zum hier veröffentlichten Wegenetz (https://www.senderosdelapalma.es/) gehören?

Oder gilt das nur für Wege, die ausdrücklich gesperrt sind, so wie etwa der Weg von der Cumbrecita zum Campingplatz?
Liebe Grüße aus Düsseldorf,

Silke und Thorsten
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von Lee »

@Siltho

Diese Frage fiel mir auch sofort ein, denn wir bewegen uns oft auf alten ( zumeist völlig harmlosen) Caminos die aber nicht zum offiziellen Wegenetz gehören.
Zuletzt geändert von Lee am Fr 2. Feb 2024, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von nils.k »

Auch das Wanderwegenetz kann betroffen sein, zum Beispiel wenn es eine Sperrung wegen Waldbrandgefahr oder Starkregen gibt.
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von Siltho »

Lee hat geschrieben: Fr 2. Feb 2024, 14:01 @Siltho

Diese Frage fiel mir auch sofort ein, denn wir bewegen uns oft auf alten ( zumeist völlig harmlosen) Caminos die aber nicht zum offiziellen Wegenetz gehören.
Ja, es gibt auch eine Reihe von Wegen und Varianten in der einschlägigen Literatur(z.B. im Rother), die nicht offiziell markiert sind.

Wir sind auch schon Wege aus einer Broschüre der Gemeinde Tijarafe gelaufen, die nicht offiziell markiert waren.
Liebe Grüße aus Düsseldorf,

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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von LasManchas »

Erwas mehr Eigenverantwortung täte jedem gut.
Wenn man wandert, wo es verboten ist, man rutscht aus und der Heli kommt, dann zahlt man eben. Punkt. Wenn dann die Krankenkasse oder Versicherung das übernimmt, hat man eben Glück gehabt, wenn nicht, dann nicht.
Alles im bezahlbaren Bereich.
Ist doch das Gleiche wie ne Autopanne mit Auto abschleppen etc, entweder ich habe ADAC und rufe an und alles wird bezahlt ( manchmal) oder ich kümmere mich selbst drum. Soll Leute geben die das noch können, die brauchen dann auch keinen ADAC. So wie ich ;)
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von Siltho »

Die ADAC-Weisheit klärt uns aber auch nicht auf, wann genau nun der Rettungseinsatz zu zahlen ist.... :gruebel:
Liebe Grüße aus Düsseldorf,

Silke und Thorsten
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von schruemel »

Ich weiß nicht mehr, wer es hier empfohlen hatte; jedenfalls sind wir jetzt Förderer des Bergrettungsdienstes Österreich ;) und genießen dadurch weltweite Kostenübernahme der Such- und Rettungskosten.
https://bergrettung.at/jetzt-unterstuet ... er-werden/
IMG_5864.jpeg
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von Enric »

Das ist doch mal eine gute Idee. Für überschaubares Geld im Fall der Fälle abgesichert. Und wenn man (hoffentlich) nicht darauf zurückgreifen muss, hat man eine sinnvolle Organisation gefördert.

Der einzige Wermutstropfen: Es gibt bestimmt Menschen, die leichtsinniger werden, wenn sie wissen, dass sie die Rettungskosten nicht selbst tragen müssen. Obwohl - Leute, die so leichtsinnig sind, denken vermutlich im Voraus gar nicht an irgendwelche Rettungsaktionen und damit verbundene Kosten.
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von NiederBayer »

Ich bin seit vielen Jahren DAV-Mitglied, da ist auch eine Versicherung für Bergunfälle im Mitgliedsbeitrag enthalten. Weltweit, soweit ich weiß. Werde ich hoffentlich nie brauchen.
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von schruemel »

Bisher war bei uns die Kostenübernahme in einer anderen Versicherung (über die Kreditkarte) inkludiert. Da wir aktuell dabei sind das alles umzustellen, mussten wir uns nach einer Alternative umsehen. Der DAV wäre auch eine Option gewesen. Die ganzen Inklusivleistungen würden wir allerdings nicht nutzen.
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von Tapa »

Die Goldcard vom ADAC ist auch keine schlechte Sache. Was da alles mitversichert ist muss man nachlesen. Eine Rückholung von Spanien nach D hat geklappt. Ob da Unfälle am Berg mit versichert sind weiß ich nicht.
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Re: Kosten für Rettungseinsätze

Beitrag von Siltho »

Bergungskosten sind oftmals auch in Unfallversicherungen inkludiert.
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