Evelyn hat geschrieben: Di 17. Mai 2022, 11:38
Kennt hier jemand eine Tierschutzorganisation, die Unterstützung braucht. Möchte gerne ehrenamtlich mitarbeiten und ein oder zwei Hunde aufnehmen.
Hallo Evelyn,
Hast du mittlerweile schon Kontakte zu Tierschutzorganisationen knüpfen können?
Wir versuchen nämlich gerade, ein entsprechendes Stück Land zu kaufen, wo man dann eine Art Gnadenhof\ Tierpension aufbauen könnte. Mein Sohn, der jetzt auch auf die Insel ziehen wird, ist da die treibende Kraft und hat in Deutschland schon Erfahrungen in dieser Richtung mit seinem Hunderudel / Hundetraining machen können.
Vielleicht hast du oder der eine oder andere ja Lust, an einem solchen Projekt mitzuarbeiten? Soll ja alles ehrenamtlich laufen, und die Einnahmen aus der Tierpension und Spenden sollte bestenfalls den Gnadenhof tragen, so seine Idee. Ich würde das Land spenden, wenn wir denn was geeignetes finden.
Ist natürlich erstmal eine Idee, aber wie ich finde, auch keine schlechte.
Aus aktuellem Anlass stelle ich hier ein Posting ein, was ich vorhin auf meinem Facebookaccount erstellt und veröffentlicht habe und erbitte auch hier um geschätzte Mithilfe! Vieles davon ist euch wohl bekannt - ich habe es nur deshalb so ausführlich beschrieben, weil die meisten meiner Facebookbuddies die Verhältnisses hier nicht kennen.
(Lieber Forumsgärtner: Wenn der Spendenaufruf nicht erwünscht sein sollte, darf er auch wieder gelöscht werden)
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Ich möchte mit diesem etwas längeren Posting auf eine Organisation aufmerksam machen, die hier auf La Palma sehr wichtige Arbeit in puncto Tierschutz leistet. Nicht zufällig passiert das jetzt, kurz vor Weihnachten, wo sich viele überlegen, vielleicht doch etwas zu spenden.
Kurz zum Hintergrund: uns begegnen hier während unserer Zeit, die wir auf der Insel verbringen, immer wieder vernachlässigte Tiere (Hunde und Katzen) in erbärmlichen Zustand. Eine besondere Kategorie stellen die sog. "Arbeitshunde" dar, die zur Jagd eingesetzt werden. Diese Podencos fristen, wenn sie nicht arbeiten (die Jagdsaison auf La Palma dauert nur wenige Monate und beschränkt sich auf zwei Tage in der Woche) ein jämmerliches Dasein, eingepfercht in Zwinger, oft tagelang sich selbst überlassen mit offenen unbehandelten Wunden etc. Wir leben hier am Berg in der wilden Natur und sind oft genug Ohren- und Augenzeugen dieses Elends, denn es passiert in direkter Nachbarschaft. "Warum zeigt ihr nicht an?" höre ich oft genung von Leuten, die hier nicht ansässig sind. Es ist leider nicht so einfach.
Zum einen fallen Jagdhunde nicht unter das Tierschutzgesetz (was 2023 in Spanien zwar nachgebessert wurde, dessen Umsetzung aber nach wie vor nicht ausreichend kontrolliert wird), da es sich nicht um Haus- sondern um Nutztiere handelt. Hier ist nach wie vor die Zwingerhaltung erlaubt und es muss nur sichergestellt sein, dass Fressen, frisches Wasser und ein Sonnenschutz zur Verfügung steht. Aber glaubt mir, in den Zwingern und Ruinen, wo diese Tiere gehalten werden, sieht es anders aus und wenn man den Zustand der Tiere betrachtet, so sieht man sofort, dass von regelmäßiger Futterzufuhr nicht die Rede sein kann. Viele dieser "Jäger" lassen die Hunde auch einfach frei laufen, damit sie sich selbst das Fressen erjagen und dadurch die Kosten für das Futter eingespart werden. Man könnte jetzt meinen, das sei für Hunde eine artgerechte Haltung: im Rudel umherstreifen und nach Herzenslust jagen. Ist aber nicht so. Denn einerseits richten sie natürlich viel Schaden an (totgebissene Katzen sind an der Tagesordnung) und andererseits laufen sie darüber hinaus ständig Gefahr, überfahren zu werden oder sich anderweitig Verletzungen zuzuziehen, an denen sie dann elendig krepieren.
Zum anderen ist es hier (und schon erst recht als nicht Residente) nicht Usus, Nachbarn anzuzeigen, wenn man nicht direkt zu Schaden gekommen ist. Man tut es einfach nicht. Punkt. Das haben uns schon andere bestätigt, die seit 30 Jahren und länger hier leben. Es gäbe zwar die Möglichkeit der anonymen Anzeige, aber wenn man sieht, wie in der Dorfbar die örtliche Polizei mit den Bewohnern des Umlandes freundschaftlichsten Umgang pflegt, weiß man, dass hier zwei Augen zugedrückt werden und es niemals anonym bleiben wird, wenn eine Anzeige erfolgt. Man kennt und deckt sich von Kindesbeinen an. Ich gebe es offen zu, dass wir da nicht den Arsch in der Hose haben, uns über dieses ungeschriebene Gesetz hinweg zu setzen.
(tbc)
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Daher ist unsere einzige Möglichkeit, hier etwas zu bewirken, regelmäßig an zwei Tierschutzorganisationen zu spenden. Die eine sitzt im Norden der Insel und wird von einer schon älteren Deutschen quasi im Alleingang betrieben, die sich Tag und Nacht für die Tiere aufopfert, sie verarztet, päppelt und auch kastrieren lässt, damit sich das Elend nicht auch noch vermehren kann. Die andere, um die es heute geht, sitzt unten im Valle und leistet unter anderem wichtige Öffentlichkeitsarbeit, wenn es um das Verfolgen von Tiermissbrauch und das Aufspüren von entlaufenen, ausgesetzten und verletzten Tieren geht. Beide Vereine vermitteln Hunde und Katzen an adoptierwillige Menschen (by the way: Please adopt, don't shop!) und beide Organisationen finanzieren sich ausschließlich über private Spenden.
Daher: wer ein paar Euro über und ein Herz für Hunde und Katzen hat: hier kommt das Geld sicher an und ist gut angelegt. Vielen Dank euch euch allen!