"Was ich heute sagen möchte, lässt sich in vier Worten ausdrücken: Die Eruption ist vorbei".
Der Sprecher der Kanarischen Regierung, Julio Pérez, hat am 25. Dezember, dem Weihnachtstag, um 13 Uhr offiziell das Ende des Ausbruchs des Vulkans von La Palma verkündet, nachdem der wissenschaftliche Ausschuss eine Frist von 10 Tagen gesetzt hatte.
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Yeahyeahyeah!
Nun nur noch die Strassen freischippen und weiter geht's. Wenn's nur so einfach wär. Aber mit dem Ende startet der Neubeginn/ Wiederaufbau. Wir blicken auf La Laguna am Montag.
Alle wissenschaftlichen Fakten über den größten Vulkan der Geschichte der Isla Bonita:
Ende der Eruption: 13. Dezember um 22:21 Uhr.
Ausmaß der Eruption: VEI 3 (vulkanischer Explosionsindex).
Dauer des Ausbruchs: 85 Tage und 8 Stunden.
Zusammensetzung von Lava und Pyroklasten: zunächst Tephrit und seit Ende September Basanit.
Maximale Höhe des Kegels: 1.131 Meter über dem Meeresspiegel an der höchsten Stelle (zuletzt gemessen bei 1.121 Metern) und etwa 200 Meter hoch an der Stelle, die am weitesten von der Topographie vor dem Ausbruch entfernt ist (bei 1.080 Metern über dem Meeresspiegel).
Anzahl von Kratern: 6
Haupteruptionslinie: Länge 557 Meter, Richtung NO.
Durchschnittliche Länge der Basis des Vulkangebäudes: 700 Meter.
Abmessungen des Hauptkraters: Hauptachse 172 m, Nebenachse 106 m.
Geschätztes Volumen des Vulkangebäudes: 34 Millionen Kubikmeter.
Geschätztes Volumen des gesamten emittierten Materials: mehr als 200 Millionen Kubikmeter.
Maximale Reichweite der ballistischen Geschosse (Blöcke/Bomben): 1,5 km.
Geschätzte Fläche der Lavaströme: über 1.200 Hektar.
Typologie der Lavaströme: hauptsächlich Malpais und geringere Mengen von ?.. (cordate).
Geschätzte Dicke der Lavaströme: 70 Meter (Maximum) und 12 Meter (Durchschnitt).
Maximal gemessene Temperatur der Lava: 1.140 Grad Celsius.
(im Meer) Unterirdische Fläche der Lavadeltas: 48 Hektar.
Geschätzte Unterwasserfläche der Lavadeltas: mehr als 21 Hektar.
Maximaler Lavastromweg: mehr als 6,5 km oberirdisch und mehr als 1,1 km submarin.
Höhe der Eruptionsfahne: maximal 8.500 Meter über dem Meeresspiegel (am 13. Dezember) und charakteristische Höhe 3.500 Meter.
VONAS hat während des Ausbruchs 29 Warnungen für den Luftverkehr ausgegeben.
Örtliche Anzahl Erdbeben: 9.090 .
Kumulativ freigesetzte seismische Energie: 6,3 1013 J (175 Millionen MWh).
Höchste seismische Magnitude: 5,1 mbLg (19/11/2021 01:08:47 UTC in 36 km Tiefe).
Höchste seismische Intensität: IV-V (EMS).
Maximale vertikale Verformung: 33 cm (24/10/2021 an der GNSS-Station LP03).
Cortado hat geschrieben: ↑Sa 25. Dez 2021, 17:11
Mit "?.. (cordate)" ist Pahoehoe-Lava (Stricklava) gemeint; die entsprechende Bezeichnung für Malpais ist Aa-Lava.
¡Hasta luego!
Wolfgang
Also ist fast die gesamte Oberfläche mit diesem rissigen, zerklüfteten Zeug bedeckt und nur ein kleiner Teil hat eine glatte Oberfläche, die man nach dem Abkühlen leicht begehen kann. Umgekehrt wäre es wohl einfacher...
Tanausú hat geschrieben: ↑Sa 25. Dez 2021, 16:35
Menge des emittierten SO2: etwa 2 Megatonnen
Zum Vergleich: die jährlich weltweit vom Menschen in die Luft gejagte Menge Schwefeldioxid beträgt ca. 70 Megatonnen (gegenüber 128 Megatonnen aus natürlichen Quellen). Da sind 2 Mio t schon recht viel - im Gegensatz zum Kohlendioxid, dessen Ausstoß durch den Vulkan in der Klimabilanz kaum eine Rolle spielt.
Die Emissionen dieser Eruption sind global nicht wirklich relevant: Die Gesamtmenge an durch Vulkanismus freigesetzten CO2-Emissionen ist weltweit nicht sonderlich variabel. Bricht hier ein Vulkan aus, hört woanders einer auf, und eine ganze Reihe ist +/- andauernd aktiv. SO2 und andere Schwefelverbindungen können eventuell einen geringfügigen Kühleffekt auf die Atmosphäre haben. Um sie in die relevanten Höhenschichten zu bringen, muss aber schon ein sehr explosiver Ausbruch her (https://de.euronews.com/green/2021/10/1 ... ales-klima).
Fritzlore hat geschrieben: ↑Sa 25. Dez 2021, 17:15
Ich habe gelesen, dass sie Montag schon anfangen wollen, die Straße zwischen Los Llanos und Tazacorte wieder frei zu machen.
Äh, welches Problem gibt/gab es mit der Straße zwischen Los Llanos und Tazacorte?
Beitragvon Fritzlore (gelöschter User weil inaktiv) »
Keine Ahnung, ich bin nicht vor Ort, ich habe es nur gelesen und mich gefreut, dass wirklich direkt nach dem offiziellen Ende des Ausbruchs mit dem Wiederaufbau angefangen wird. So wurde es ja auch versprochen.
Berichtigt mich bitte, wenn das so nicht stimmt.
Beitragvon Mequedoencasa (gelöschter User weil inaktiv) »
NiederBayer hat geschrieben: ↑Sa 25. Dez 2021, 18:53
Fritzlore hat geschrieben: ↑Sa 25. Dez 2021, 17:15
Ich habe gelesen, dass sie Montag schon anfangen wollen, die Straße zwischen Los Llanos und Tazacorte wieder frei zu machen.
Äh, welches Problem gibt/gab es mit der Straße zwischen Los Llanos und Tazacorte?
Es soll in La Laguna die Kreuzung geräumt werden und dann die Straße zwischen La Laguna und Tazacorte, die in La Laguna an ein paar Stellen durch Lavazungen blockiert wird. Das ist ganz sinnvoll, weil die Lava hier schon relativ alt ist und weil man mit wenig Aufwand einen deutlichen Effekt erzielen kann.
Und der Camino el Pedregal auch - da haben auch eine ganze Reihe von Palmeros gewohnt, die alles verloren haben.
Und Todoque, und der Camino de la Gata, und der Süden von La Laguna, und El Paraiso, und, und und.
Bei aller Freude über das Ende des Ausbruchs - wenn ich daran denke, wie viele Menschen wie vieles verloren haben, könnte ich trotzdem heulen.
What we need today are universal values based not on faith but on scientific findings, common experience and common sense. (14. Dalai Lama)
Beitragvon Don Juan (gelöschter User weil inaktiv) »
Bei all der berechtigten Trauer muss man aber auch dankbar sein, dass keine Menschen zu schaden kamen.
Ich weiß, dass für die Palmeros der Verlust von vielen Dingen nicht nur finanzielle Aspekte hat.
Aber um wieviel schlimmer wäre es zu wissen, unter den Lavamassen sind Kinder, Freunde und Verwandte vergraben.
Wow! Ein Wahnsinnsbild! Ein sehr komplexes System; als Hobby-Geologin freue ich mich schon auf die Erkenntnisse, die man da gewinnen wird. Und in diesem friedlichen Zustand ist der Namenlose sogar richtig schön. Man könnte fast für eine Sekunde all seine Untaten vergessen. Ein solches Gebiet sollte man unbedingt touristisch erschließen, aber mit einer Art schonendem Tourismus. Vielleicht gibt das Ungetüm auf diese Weise eines Tages etwas von dem zurück, was er alles genommen hat.
Könnte evtl. so ausgehen wie das Schloss Neuschwanstein in Bayern: zuerst hat der Kini (Ludwig der II) die Staatskassen geplündert, um es zu bauen, und heute bringt es Milliarden in die Kasse von den unzähligen Besuchern aus aller Welt.