Medizinischer Notfall auf La Palma

Allgemeine Themen rund um die Kanareninsel La Palma
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Radsportler85
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Re: Medizinischer Notfall auf La Palma

Beitrag von Radsportler85 »

Komisch. Mir haben sie geantwortet: Können sie auch eine E-Sim nutzen? Leider versenden wir keine SIM Karten auf die Kanaren. Ansonsten müssten wir Ihren Auftrag stornieren 🤔😁
Ich bewege mich durch wilde Orte – zu Fuß, mit dem Fahrrad, oft alleine. Ohne Abkürzungen.
Hier geht es nicht um Ziele, sondern um das Unterwegssein.

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Siltho
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Re: Medizinischer Notfall auf La Palma

Beitrag von Siltho »

Frau Rossi hat geschrieben: Do 3. Sep 2026, 16:54

Mittlerweile weiß ich, dass er sogar 2 Stunden da lag, bis er endlich abtransportiert wurde. Gottseidank handelte es sich "nur" um eine Sprunggelenksfraktur. Die OP hingegen verlief gut und das Personal in der Klinik wurde ausdrücklich gelobt.
Böse. Herzinfarkt - und over. Mag für den einen oder anderen romantisch sein - Tod auf einem Wanderweg. Aber ja, als Paar, bei dem einer KHK hat, definitiv nicht.
Liebe Grüße

Silke und Thorsten
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Dieterjose
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Re: Medizinischer Notfall auf La Palma

Beitrag von Dieterjose »

Radsportler85 hat geschrieben: Do 3. Sep 2026, 18:19 Gute Idee. Du musst nur daran denken, daß du bei dem meisten Anbietern auch dazu eine spanische Nummer zum bestätigen benötigst 😂
Das ist ziemlich dämlich. Da beißt sich die Katze, wie bei einigen Punkten, selber in den Schwanz.
Du kannst aber auch vor Ort recht problemlos eine kaufen, das geht mit dem deutschen Ausweis. Kostet z.b. von digi 10€ mit 10€ Guthaben. Danach ist 3€ das min was man aufladen kann für 10GB und bisschen telefonieren. Glaube Keio ging ohne SMS, aber das ist kein prepaid sondern Vertrag mit monatlicher oder jährlicher Zahlung und geht nur mit E-SIM. Die senden keine Simkarten auf die Kanaren.
In Los lanos schnell eine prepaid besorgt und installiert.
Super geklappt.
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Re: Medizinischer Notfall auf La Palma

Beitrag von Teneguía »

Birigoyo hat geschrieben: Do 3. Sep 2026, 16:24
Frau Rossi hat geschrieben: Do 3. Sep 2026, 15:26 Doch, ich habe extra nochmal nachgefragt. Der Verunfallte setzte über 112 den Notruf ab und schickte seine Position dann auch gleich noch an meinen Bekannten. Der konnte sofort sehen wo er lag und ist dann hingelaufen. Die Helfer aus LLL konnten mit der Ortung offenbar nichts anfangen und schienen damit überfordert...
Eigentlich sollte die Position via AML (Advanced Mobile Location) schon beim wählen der 112 an die Leitstelle in
Teneriffa übermittelt werden, und diese die Koordinaten zusammen mit den üblichen Instruktionen dann an die Besatzung des Einsatzfahrzeugs weitergeben. Das ist ein Routine-Prozess.
Aber es gibt da so schwarze Tage im Rettungsdienst, wo nichts richtig zusammenläuft, man kann durchaus Pech haben.
Das Problem bei der automatischen Übermittlung der aktuellen Position des Anrufers ist leider, daß die übermittelte Postion in unwegsamem Gelände oder anspruchsvoller Topographie unter Umständen mit einer hohen Ungenauigkeit einhergeht. Da kann es durch kleine Abweichungen von der realen Position schnell dazu kommen, daß Hilfskräfte dutzende Höhenmeter entfernt vom eigentlichen Notfallort suchen. Im Extremfall kann das auch bedeuten, daß man im Nachbartal (oder -barranco) sucht. So hilfreich diese Möglichkeit mittels GPS-Ortung auch ist, ganz alleine verlassen würde ich mich auf sie nie.
Bei einer unserer ersten Wanderungen im Barranco de las Angustias sind wir vom Parkplatz aus über Dos Aguas zur Cascada de los Colores gelaufen. Am Ende der Tour hatten wir -laut dem Tracking meiner Handy-App- fast das 1,5 bis 2-fache der tatsächlichen Höhenmeter überwunden, weil uns das GPS immer wieder neben dem Barrancogrund verortet hatte.
Neben der eigenen Erfahrung kann man das bspw. auch in der ARD-Dokuserie "In höchster Not- Bergretter im Einsatz" immer wieder sehen. Die Positionsermittlung erfolgt dort zwar auch automatisiert durch die jeweilige Leitstelle, das Suchgebiet ist jedoch in fast jedem Fall immer noch extrem groß.
Off-Topic
Meine Hochachtung für die Ehrenamtler der Bergwachten. Neben den vielen "kleinen" und "Routine-Einsätzen" (soweit man im Hochgebirge von Routine sprechen kann) riskieren diese Menschen ehrenamtlich regelmäßig ihr Leben um in Not geratene Menschen zu retten.
Zuletzt geändert von Teneguía am Mo 7. Sep 2026, 09:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Medizinischer Notfall auf La Palma

Beitrag von Teneguía »

Frau Rossi hat geschrieben: Do 3. Sep 2026, 10:02 Von einem Bekannten, der so wie wir oberhalb von Arecida wohnt, habe ich soeben erfahren, dass er vorgestern für einen Freund wegen dessen Sturz unweit seines Hauses die Ambulanz rufen musste. Der Mann rutschte wohl auf dem steinigen Untergrund aus, fiel auf den Rücken und konnte sich dann nicht mehr bewegen. Der Krankenwagen, der normaler Weise in Tijarafe stationiert ist, war gerade im Einsatz, sodass die Ambulanz aus dem Tal herbeigerufen werden musste. Das Ganze dauerte über eine Stunde und als man dann Vorort war, fand man die Stelle nicht, wo der Verletzte lag, und wartete oben an der Piste, bis mein Bekannter kam und die Helfer zur 1 Kilometer entfernten Unglücksstelle brachte. Dann erfolgte Abtransport ins KH mit OP am diagnostizierten offenen Bruch.

Also ich mache mir bei einem Notfall bei uns oben in der Ecke keine allzugroßen Illusionen bez. schneller Rettung. Wenn man noch transportfähig ist, dann würde ich wohl versuchen, runter an die LP-1 zu kommen und dort einen Treffpunkt mit der Ambulanz zu vereinbaren (zB an der Autobar, die kennt jeder).
Ohje, ich hoffe deinem Bekannten geht es schnell wieder besser! Auf jeden Fall wünsche ich ihm eine gute und problemlose Genesung!

Die Geschichte unterstreicht vielleicht nochmal, was ich mit meiner Äußerung zum deutlich dünneren Netz der medizinischen Notfallversorgung meinte. Der Grundbedarf an Rettungswagen auf der Insel scheint vielleicht geringer zu sein und (ich kann es mangels Einblick in die statistischen Auswertungen nicht zweifelsfrei bewerten) vielleicht für die Grundversorgung ausreichen. Aber hier zeigt sich schon, daß die Rückfallebene für den grade nicht zur Verfügung stehenden nächsten RTW eine massive zeitliche Verzögerung mit sich brachte. Wie die Silthos schon sagten: wäre es keine Fraktur, sondern ein schwerer Herzinfarkt gewesen, hätte das unter Umständen noch ganz anders ausgehen können (das nächste arztbesetzte Rettungsmittel käme ja aus Los Llanos).
Aber auch eine offene Fraktur ist ja kein Zuckerschlecken. Wenn ich mir vorstelle, jemand sitzt so lange mit diesen Schmerzen in der Sonne am Straßen- oder Wegesrand... das ist schon extrem belastend.
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