Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

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elhierron
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Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von elhierron »

heute Nacht ist die Wasserversorgung unterbrochen gewesen, jetzt ist sie wohl wieder zurück, weis jemand warum sie weg war ?
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von Radsportler85 »

Also diese Sache mit der Technik macht mir schon etwas Sorge. Da lese ich deinen Post hier, gehe zu Facebook und erhalte direkt einen Beitrag aus der Gruppe "vecinos de las manchas" vorgeschlagen, mit der Mitteilung der Stadtverwaltung.
Als Grund steht hier aber auch nur, daß es aufgrund von Problemen zu unterbrechungen kommen kann.
Interessant ist aber, daß die Wasserverordnung vorsieht, das man einen Reservetank besitzen muss 🤔
.
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von elhierron »

:gracias:

ja den min. 500 L Behälter ist Vorschrift, auch bei Stadtwasser, als Reserve falls was passiert, muss bei uns noch installiert werden
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von Radsportler85 »

Wieder was gelernt, ich wusste nicht das es Pflicht ist. Bei uns steht irgendwas mit 24-48std muss man sich damit versorgen können.
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von nils.k »

Ich habe neben Stadtwasser die Gartenwasserleitung bis an die Haustür verlegt. Das reicht als Notfallreserve. :grin:
Wenn nötig, wird das ungechlorte Gartenwasser vorher abgekocht.
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von Frau Rossi »

Wo kommt das Gießwasser (wir sagen dazu immer Bananenwasser) denn eigentlich her? Galeriewasser ist es ja offensichtlich nicht...
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Herbie
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von Herbie »

Rund zwei Drittel des auf La Palma genutzten Wassers stammen aus Galerien, also auch ein Großteil des sogenannten „Bananenwassers“. Der Unterschied zum Trinkwasser liegt weniger in der Herkunft als in der Aufbereitung, dem Transport und der Speicherung. Während Trinkwasser in geschlossenen Systemen transportiert und gespeichert sowie hygienisch kontrolliert und gegebenenfalls aufbereitet wird, gelangt Bewässerungswasser teilweise durch offene Kanäle und Speicherbecken zu uns. Dadurch können sich erhebliche Unterschiede in der Wasserqualität ergeben. Mit dem Bananenwasser kamen sogar schon Fischeier zu uns und plötzlich hatten wir Fische im Wassertank.
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von nils.k »

Es gibt drei voneinander unabhängige Wasserversorgungssysteme auf La Palma. Zunächst ist da das Stadtwasser. Darauf hat jeder Einwohner Anspruch, sofern er in der Gemeinde gemeldet ist und in einem Wohnhaus lebt. Das bedeutet für die Ayuntamientos, dass man einen Wasseranschluss bekommen muss, wenn man die Baugenehmigung für ein Wohngebäude hat oder in einer Wohnung lebt, die die cedula de habitabilidad (Bewohnbarkeitsbescheinigung) besitzt. Das ist ein Grund dafür, dass die Genehmigung von Wohngebäuden außerhalb der Ortskerne sehr restriktiv gehandhabt wird.
Die Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gemeindeverwaltung. Die Chlorierung ist eine Maßnahme, um das garantieren zu können.

Daneben gibt es ein privatwirtschaftlich organisiertes System von comunidades de regantes. Diese besitzen eigene Wasserbehälter und Leitungen. Je nach Gesellschaft muss man entweder Wasseraktien kaufen und bekommt dafür eine bestimmte Durchflussmenge. Derzeit kostet auf La Palma eine Aktie mit einer Wassermenge von 1,6 l/min in etwa 30.000 €. Für die Speicherung des Wasser ist man selbst verantwortlich. Hat man einen zu kleinen Wassertank oder einen zu geringen Verbrauch, läuft das Wasser einfach weg. Im anderen Fall, wenn zu wenig Wasser da ist, bekommen die Aktionäre nicht die volle Durchflussmenge.
Die Gemeinden haben in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen unternommen, dieses verschwenderische System einzuschränken und neue, ebenfalls privatwirtschaftlich organisierte Genossenschaften einzurichten. Diese besitzen große Wasserspeicher und man bekommt als Mitglied der comunidad einen Anschluss an eine Wasserleitung und einen Zähler. Hier bezahlt man einmalig einen geringen Beitrag für den Anschluss, eine jährliche Grundgebühr von wenigen Euro und der Verbrauch wird über Wasserzähler abgerechnet. Wasser wird nur entnommen, wenn es gebraucht wird. Allerdings schränken auch hier einige comunidades die Wasserbereitstellung ein. In Barlovento gibt es z.B. immer nur einmal pro Woche (oder zweimal pro Monat) für einem Tag Gartenwasser, je nach Füllstand der Wassertanks.

Die großen comunidades de regantes auf La Palma sind
​Canopalma (Comunidad de Aguas para la Distribución y Riego en las Vertientes Norte y Oeste de La Palma), die größte Vereinigung für landwirtschaftlich genutztes Wasser. Sie ist aktiv in Los Llanos de Aridane, El Paso, Tazacorte, Tijarafe, Puntagorda und Garafía.
​Comunidad de Regantes Rabo Gato und ​Comunidad de Regantes Dos Pinos: Operativa in Los Llanos de Aridane.
​Comunidad de Regantes Las Ollas - El Remo für den Süden von Los Llanos / Tazacorte.
​Comunidad de Regantes Altos Los Baldíos
​Comunidad de Regantes Barranco del Laurel y La Cruz
​sowie eine ganze Reihe traditioneller lokaler comunidades und heredamientos (lei letzteren werden die Bezugsrechte vererbt). Solche Gesellschaften gibt es unter anderem in Argual, Tazacorte, Garafía, San Andrés y Sauces, Puntallana und Fuencaliente.

Das dritte System ist das Galeriewasser oder "Bananenwasser", das ebenfalls ein privat organisiertes System auf der Basis von Wasseraktien ist. Da das Wasser zumeist über die offenen Wassergalerien geleitet wird, ist es als Trinkwasser nicht geeignet, wie @Herbie eindrucksvoll geschildert hat.
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von elhierron »

vor dem Ausbruch hatten wir einige Wasserrechte, Zwischenspeicher war eine Zisterne und ein 500L Behälter, wir haben unser Wasser nie abgekocht, sonder so wie es aus der Zisterne kam genutzt, wir hatten nie Probleme ...

neben der Wasseraktie braucht man normalerweise auch ein "pase" = Durchlaufrecht für das eigene Wasser um es ans Grundstück / Haus zubekommen. Südlich der colada gibt es im Moment fast nur Stadtwasser da alle "pase" zerstört wurden. Theoretisch kann man sein privates Wasserrecht bei der Gemeinde El Paso eintauschen, sprich abgeben, gegen Wasser das über Fuencaliente kommt ...

wir warten im Moment darauf dass die "pase" wiederaufgebaut werden, um unser "altes" Wasser wieder zubekommen. Wir hoffen darauf dass sich nach der Fertigstellung der LP-2 was tut ... vamo a ver qué pasa
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von Radsportler85 »

sowie eine ganze Reihe traditioneller lokaler comunidades und heredamientos (lei letzteren werden die Bezugsrechte vererbt). Solche Gesellschaften gibt es unter anderem in Argual, Tazacorte, Garafía, San Andrés y Sauces, Puntallana und Fuencaliente.
So läuft das bei uns!
Ich hatte mich gewundert, wieso es eine normale Wasserleitung gibt, die zu den Grundstücken geht und eine ca. 15cm dicke Leitung, wo man aber nie etwas rauschen gehört hat. Irgenwann standen dann alle Nachbarn an der Straße und haben an den Kugelhähnen gedreht und sich irgendwas zu gerufen. Dann haben sie mir erklärt, daß wäre das gute Wasser direkt aus den Speicherbecken im Norden. Ohne Chlor und damit gießen sie ihr Obst und Gemüse. Alle 8 Tage erhalten Sie dieses Wasser und jeder der Gemeinschaft darf dann 8 Minuten das Wasser in seinen Speicher leiten. Dann ist der nächste dran. 😅 Das andere Wasser, das schlechte, wäre das Wasser der Gemeinde welches jedes Haus erhält. Das kann man aber nicht für die Pflanzen nutzen, das ist gechlort und nicht gut
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von nils.k »

Das Stadtwasser darf man eh nicht für den Garten verwenden.
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Herbie
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Re: Ausfall der Stadtwasserversorung Las Manchas de arriba

Beitrag von Herbie »

Auch wir – südlich der Coladas – hatten bis zum Vulkanausbruch als Mitglied einer Genossenschaft Bananenwasser, das alle 14 Tage über teilweise offene Kanäle zu uns „geliefert“ wurde und unseren 60.000-Liter-Tank füllte. Daneben hatten wir Stadtwasser für die Trinkwasserversorgung.

Nach dem Vulkanausbruch waren wir froh, überhaupt wieder an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen zu werden, und warten ebenfalls auf die Wiederherstellung der alten Bananenwasserversorgung.

Die Wasserversorgung auf La Palma insgesamt ist noch viel komplexer, als es hier im Forum bisher zur Sprache kam. Über Jahrhunderte gewachsene Eigentums- und Organisationsstrukturen, private Wasserrechte, Heredades/Heredamientos, Comunidades de Aguas, Comunidades de Regantes, kommunale Wasserversorgung, Consejo Insular de Aguas, Wassergewinnung aus Quellen, Galerien und Brunnen, verschiedene Verteilungsnetze und Speicher, Wasseraktien und Genossenschaftsanteile – allein darüber könnte man eine ganze Doktorarbeit schreiben. Und die wäre vermutlich ziemlich dick.
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