Spanien wird zum Wachstumsmotor für die Eurozone
Verfasst: Mi 16. Sep 2026, 13:55
Über viele Jahre hinweg galten die europäischen Mittelmeeranrainer als Bremsklotz am Bein der wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb der Euro-Zone. Von Spanien über Italien bis nach Griechenland trafen hochverschuldete Staatshaushalte auf eine nur geringe konjunkturelle Dynamik.
In den Medien wurde das Bild arbeitsunwilliger, fiskalpolitisch unverantwortlicher Südländer gezeichnet, während verunglimpfende Begriffe wie "Club-Med-Staaten" entstanden sind – ein Verweis auf das Vorurteil, dass diese Volkswirtschaften außer Tourismus nichts zu bieten hätten,
Einige Jahre später beginnt sich diese nord- und mitteleuropäische Arroganz zu rächen. Zwar ist die Lage in Italien noch immer prekär, dafür aber haben Spanien und ausgerechnet Griechenland gewaltige Fortschritte gemacht. Nach schmerzhaften Struktur- und Finanzreformen ist Griechenland inzwischen eines der wenigen Euro-Länder mit Haushaltsüberschüssen, während Spanien Deutschland und Frankreich beim Wirtschaftswachstum in den Schatten stellt.
Wuchs die spanische Wirtschaft 2025 mit 2,8 Prozent gegenüber indiskutablen 0,2 Prozent in Deutschland und 0,9 Prozent in Frankreich, dürfte Spanien die beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone auch 2026 überflügeln. Gegenwärtig sind von der OECD und der Europäischen Kommission 2,1 bis 2,4 Prozent prognostiziert. Selbst nach jüngsten Anhebungen der Prognosen dürfte Deutschland auf gerade mal 1,3 bis 1,4 Prozent kommen – ein Klassenunterschied.
Die Börse spiegelt diese veränderten Realitäten längst wider. Während der deutsche Leitindex DAX in den vergangenen 12 Monaten 7,6 Prozent an Wert gewonnen hat, liegt der spanische IBEX 35 beeindruckende 29,1 Prozent im Plus. Auch die jüngsten Turbulenzen am Anleihenmarkt haben spanische Basiswerte besser wegsteckt als deutsche oder französische.
Dabei spielen nicht zuletzt auch niedrigere Energiekosten eine Rolle. Mit durchschnittlich 26 Cent pro Kilowattstunde ist Strom in Spanien zwar auch für Privathaushalte nicht viel günstiger als in Deutschland, dafür aber kann hier deutlich billiger getankt werden – nicht zuletzt eine Folge des rasanten Ausbaus erneuerbarer Energien, für die in Spanien hervorragende Standortbedingungen herrschen. Das reduziert die Importabhängigkeit.
Außerdem ist der Stromversorger Iberdrola mit über 55 Gigawatt zu einem der weltweit größten Erzeuger Erneuerbarer Energien herangewachsen. Die Aktie hat sich in den vergangenen 3 Jahren (inklusive Dividende) verdoppelt – und ist damit nicht das einzige spanische Schwergewicht mit satten Kursaufschlägen. Auch die Anteile von Banken entwickelten sich zuletzt hervorragend.
Auch für die kommenden Jahre prognostizieren Wirtschaftsinstitute ein anhaltend hohes Wachstum. Nach den für 2026 erwarteten 2,1 bis 2,4 Prozent könnte es 2027 mit +1,9 Prozent zwar zu einer Abkühlung kommen, doch bereits 2028 könnte das Wachstum wieder mehr als 2,0 Prozent betragen. Damit dürfte sich Spanien weiter schneller schlagen als Deutschland, was auch mit größeren Kursgewinnen am Aktienmarkt einhergehen dürfte.
https://www.wallstreet-online.de/nachri ... -dividende
In den Medien wurde das Bild arbeitsunwilliger, fiskalpolitisch unverantwortlicher Südländer gezeichnet, während verunglimpfende Begriffe wie "Club-Med-Staaten" entstanden sind – ein Verweis auf das Vorurteil, dass diese Volkswirtschaften außer Tourismus nichts zu bieten hätten,
Einige Jahre später beginnt sich diese nord- und mitteleuropäische Arroganz zu rächen. Zwar ist die Lage in Italien noch immer prekär, dafür aber haben Spanien und ausgerechnet Griechenland gewaltige Fortschritte gemacht. Nach schmerzhaften Struktur- und Finanzreformen ist Griechenland inzwischen eines der wenigen Euro-Länder mit Haushaltsüberschüssen, während Spanien Deutschland und Frankreich beim Wirtschaftswachstum in den Schatten stellt.
Wuchs die spanische Wirtschaft 2025 mit 2,8 Prozent gegenüber indiskutablen 0,2 Prozent in Deutschland und 0,9 Prozent in Frankreich, dürfte Spanien die beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone auch 2026 überflügeln. Gegenwärtig sind von der OECD und der Europäischen Kommission 2,1 bis 2,4 Prozent prognostiziert. Selbst nach jüngsten Anhebungen der Prognosen dürfte Deutschland auf gerade mal 1,3 bis 1,4 Prozent kommen – ein Klassenunterschied.
Die Börse spiegelt diese veränderten Realitäten längst wider. Während der deutsche Leitindex DAX in den vergangenen 12 Monaten 7,6 Prozent an Wert gewonnen hat, liegt der spanische IBEX 35 beeindruckende 29,1 Prozent im Plus. Auch die jüngsten Turbulenzen am Anleihenmarkt haben spanische Basiswerte besser wegsteckt als deutsche oder französische.
Dabei spielen nicht zuletzt auch niedrigere Energiekosten eine Rolle. Mit durchschnittlich 26 Cent pro Kilowattstunde ist Strom in Spanien zwar auch für Privathaushalte nicht viel günstiger als in Deutschland, dafür aber kann hier deutlich billiger getankt werden – nicht zuletzt eine Folge des rasanten Ausbaus erneuerbarer Energien, für die in Spanien hervorragende Standortbedingungen herrschen. Das reduziert die Importabhängigkeit.
Außerdem ist der Stromversorger Iberdrola mit über 55 Gigawatt zu einem der weltweit größten Erzeuger Erneuerbarer Energien herangewachsen. Die Aktie hat sich in den vergangenen 3 Jahren (inklusive Dividende) verdoppelt – und ist damit nicht das einzige spanische Schwergewicht mit satten Kursaufschlägen. Auch die Anteile von Banken entwickelten sich zuletzt hervorragend.
Auch für die kommenden Jahre prognostizieren Wirtschaftsinstitute ein anhaltend hohes Wachstum. Nach den für 2026 erwarteten 2,1 bis 2,4 Prozent könnte es 2027 mit +1,9 Prozent zwar zu einer Abkühlung kommen, doch bereits 2028 könnte das Wachstum wieder mehr als 2,0 Prozent betragen. Damit dürfte sich Spanien weiter schneller schlagen als Deutschland, was auch mit größeren Kursgewinnen am Aktienmarkt einhergehen dürfte.
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