Die heiße Asche des Diktators

Wenn schon politisieren, dann mit gehobener Netiquette
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Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Lee » Fr 2. Nov 2018, 01:04

Ein sehr lesenswerter Artikel, wie ich finde:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/w ... 67305.html

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Theo aus Herne
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Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Theo aus Herne » So 4. Nov 2018, 18:31

Einmal abgesehen von dem politischen Hintergrund -
ich wußte gar nichts über dieses Mausoleum von Franco.
Habe bisher noch nie davon gehört - geht es nur mir so ?
So richtig bekannt scheint der Ort in Nordeuropa nicht zu sein.
Werde einmal dort vorbei sehen wenn ich zufällig in diese Gegend komme.
Schon gespeichert für die Zukunft.

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Anke
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Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Anke » So 4. Nov 2018, 20:34

Theo aus Herne hat geschrieben:
So 4. Nov 2018, 18:31
Einmal abgesehen von dem politischen Hintergrund -
ich wußte gar nichts über dieses Mausoleum von Franco.
Habe bisher noch nie davon gehört - geht es nur mir so ?
So richtig bekannt scheint der Ort in Nordeuropa nicht zu sein.
Theo, eigentlich ist das ja kein Mausoleum für Franco.

Ursprünglich hatte Franco dieses Monument für die gefallenen (republikanischen) Soldaten des Bürgerkriegs errichten lassen. Dass er nach seinem Tod dort beigesetzt wurde (sicherlich sein Wunsch?) und dieser Ort für die Nachkommen der Franquista ein Wallfahrtsort wurde, war absehbar.
Zur Zeit wird übrigens von der spanischen Regierung angestrebt, die Gebeine des "Generalissimo" umzubetten. Der Pabst hat dafür sein Einverständnis gegeben, nur die Familie mauert. Kann noch spannend werden!

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Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Pintura » So 4. Nov 2018, 23:01

Ja, nur das der Großteil der ca. 20tausend identifizierten Gefallenen, die dort bestattet sind, aus Mitgliedern der ehemaligen Franco Partei besteht.
Die Hinterbliebenen der wenigen dort bestatteten Republikaner mußten dann auch noch nachweisen, daß ihre Toten zu Lebzeiten treue Gefolgsleute der kath. Kirche waren.
Schlimmer geht's kaum noch.

Weltenretter (suspendierter User)

Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Weltenretter (suspendierter User) » So 23. Jun 2019, 13:35

Die Franco Zeit wurde in Spanien nie aufgearbeitet. Es liegen daher im wahrsten Sinne des Wortes noch viele Leichen im Keller. Und nun kommen die Faschisten in Form der Vox wie die Wiedergänger aus der Versenkung. Eine Aufarbeitung des Schreckensregime ist m. E. dringend erforderlich. Ich hoffe die liberalen Kräfte werden dies auch endlich schaffen.

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Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Anke » So 23. Jun 2019, 17:18

Weltenretter hat geschrieben:
So 23. Jun 2019, 13:35
Die Franco Zeit wurde in Spanien ni e aufgearbeitet. Es liegen daher im wahrsten Sinne des Wortes noch viele Leichen im Keller. Und nun kommen die Faschisten in Form der Vox wie die Wiedergänger aus der Versenkung. Eine Aufarbeitung des Schreckensregime ist m. E. dringend erforderlich. Ich hoffe die liberalen Kräfte werden dies auch endlich schaffen.
Es liegen (im wSdW) noch viele Leichen im Keller! Ich denke dabei auch an den sogenannten "Babyklau" der von den Franquisten "erfunden" wurde und bis Ende 80-ziger!!! Jahre praktiziert wurde.
Es gibt heute noch etliche Gerichtsverfahren von inzwischen erwachsenen Kindern, welche ihre Wurzeln erforscht haben. Diese sind aber in den meisten Fällen (wegen zu hohem Alter der angeklagten Ärzte und Schwestern) mit Straffreiheit ausgegangen.

Pedro Sánchez versucht/bemüht sich um eine Aufarbeitung in alle Richtungen des Franco-Regimes, stösst dabei aber auf grossen Widerstand (VOX. PP...)
Aber wen verwundert das in der heutigen Zeit?
Der Rechtsruck geht doch leider in (fast?) allen EU-Länder voran.

Aber in Los Llanos wurde vor ein paar Monaten ENDLICH das "Franco-Relikt" vom Rathaus entfernt!!!!

Ich war 1991 das erste Mal auf La Palma.
Wie doof habe ich da aus der Wäsche geguckt, dass die heutige Calle Real immer noch den Namen des Generalissimo trug! Und das dann auch noch viele Jahre weiter!!!!

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Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Theo aus Herne » So 23. Jun 2019, 17:47

Es verhält sich vielleicht ähnlich wie in Deutschland mit der "DDR".
Heimelige Erinnerung, bekannte Atmosphäre, und "das war alles gar nicht so schlimm" lassen etliche Leute
die Erinnerung idealisieren.
Und natürlich gab es in beiden Systemen ja nicht nur Verlierer, sondern eben auch viele auf der Gewinnerseite.
Bei einem Wechsel des Systems wird dann vieles neu gestaltet und lassen so manchen Menschen in
wohliger Erinnerung schwelgen, die weit von den damaligen Tatsachen entfernt ist.
Wer sich mit dem System arrangiert, ist in der Regel immer etwas besser gestellt.
Und so werden erst nachrückende Generationen mit einem zunehmenden Abstand zu der Vergangenheit eine eigene Beurteilung der Situation führen.
Wie diese dann ausfällt, siehe neue Rechte in Spanien und AFD in Deutschland, ist völlig offen.

Weltenretter (suspendierter User)

Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Weltenretter (suspendierter User) » So 23. Jun 2019, 18:41

In Spanien wurde ganz offiziell auf eine Wiederaufarbeitung verzichtet. Man hoffte so, die Gräben der Unversöhnlichkeit zu schließen und so ein Zusammenleben wiederherzustellen. Ob dies der richtige Weg war, kann man nur schwer beurteilen. Die Spanier scheinen im großen und ganzen gut damit gefahren sind. Die Zukunft wird es zeigen.

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Re: Die heiße Asche des Diktators

Beitrag von Anke » So 23. Jun 2019, 19:38

Weltenretter hat geschrieben:
So 23. Jun 2019, 18:41
In Spanien wurde ganz offiziell auf eine Wiederaufarbeitung verzichtet. Man hoffte so, die Gräben der Unversöhnlichkeit zu schließen und so ein Zusammenleben wiederherzustellen. Ob dies der richtige Weg war, kann man nur schwer beurteilen. Die Spanier scheinen im großen und ganzen gut damit gefahren sind. Die Zukunft wird es zeigen.
Dass das ein frommer Wunsch war bzw. nicht richtig war, zeigt sich schon heute. Da braucht keiner auf die Zukunft hoffen!
Wird schwierig.

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