Die Geschichte von San Andrés y Sauces ist eng mit dem Wasserreichtum der Gemeinde verbunden. Die Quellen von Marcos und Cordero ermöglichten jahrhundertelang gute Ernten und die Versorgung der Bevölkerung und sind für den Großteil der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde verantwortlich. Doch dieser natürliche Reichtum war nicht immer gesichert und historische Dokumente zeigen, dass es im frühen 20. Jahrhundert große Konflikte um diese Ressource gab.
1894: Die Verteidigung der Berge und des Wassers
Eine Akte aus dem Jahr 1894 ist besonders aufschlussreich. Don Anselmo Herrera Rodríguez, der damalige Bürgermeister der Gemeinde, äußerte sich besorgt über des Fällens von Kiefern auf Grundstücken in der Nähe der Quellen von Marcos und Cordero. Er befürchtete. dass das Verschwinden der Bäume die Quellen gefährden könnte. Die Erkenntnis war: Der Schutz des Berges schützt auch das Wasser.
1903: Das Zugeständnis, das den Konflikt auslöste
Seit der Eroberung La Palmas waren die Gewässer des Río de Los Sauces mit den alten Ländereien des Adels verbunden. Die Situation änderte sich 1903, als die Staatsverwaltung bestimmte überschüssige Wassermengen aus der Schlucht für öffentlich erklärte und der Casa Yanes eine Konzession von 310 Litern pro Sekunde erteilte, zunächst für die Bewässerung von San Andrés und Las Lomadas.
Die Reaktion der Eigentümer der Bewässerungsanlagen erfolgte sofort. Im Mai 1903 wurde die Comunidad de Regantes unter dem Vorsitz von Don Abraham Martín Herrera gegründet. Es handelte sich nicht um ein einfaches Verwaltungsverfahren, sondern um die kollektive Organisation einer Verteidigung gegen das, was viele Nachbarn als Bedrohung historischer Rechte betrachteten.
Die Klagen, die Jahrzehnte andauerten
Der Konflikt gelangte vor Gericht und dauerte Jahre. Während über Titel und Verantwortlichkeiten gestritten wurde, war die Gemeinde daran interessiert, das notwendige Wasser für die Bevölkerung und die Ernte zu gewährleisten. Bei einem Treffen in Alameda wurde eine Mindestdurchflussrate von 35.000 pipas pro Tag (etwa 183 Liter pro Sekunde) als notwendig festgelegt.
Der Protest verschwand über die Jahre nicht. 1923, zwanzig Jahre später, forderte eine Petition, die von 208 Nachbarn unterstützt wurde, das Auslaufen dieser Konzession und prangerte an, dass die geplanten Nutzungen nicht zu den erwarteten Bedingungen durchgeführt worden seien.
Die Klage blieb erfolglos, die Verteidigung blieb jedoch bestehen. Im Jahr 1929 legte eine königliche Verordnung die Durchflussrate, die die Bewässerungsgemeinschaft aus dem Bewässerungskanal La Tomada ableiten konnte, auf 165,54 Liter pro Sekunde fest. Anfang der 1940er Jahre ging die Verwaltungskonzession an den Stadtrat über, der sie später unter den für ihre Nutzung festgelegten Bedingungen an die Bewässerungsgemeinschaft übertrug.
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